Ein Jahr PEGIDA und niemandem hat es etwas gebracht

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Als im März 2011 große Teile der syrischen Bevölkerung die Straßen zurückeroberten, traten sie für das ein, womit sich nicht zuletzt Deutschland in aller Welt brüstet: Demokratie, Menschenrechte und Menschenwürde. Die Auswirkungen der bewussten Ignoranz dieser Revolution sowie des Ausbleibens der notwendigen Unterstützung sind allen bekannt: hunderttausende Tote, Millionen Geflüchtete in- und außerhalb Syriens – doch damit nicht genug.

Nachdem bei vielen Menschen auch die letzte Hoffnung auf ein demokratisches freies Syrien gestorben ist, haben sie sich auf den Weg nach Europa gemacht und treffen dort zum wiederholten Male auf eine tödliche Ignoranz: denn diejenigen, die eben noch von Assads Regimetruppen, islamistischen Banden oder den miserablen Bedingungen der örtlichen Geflüchtetencamps entflohen sind, bekommen auch hier im scheinbaren Zentrum von Demokratie und Menschenrechten keine Ruhe. Und somit sind es neben drohenden Abschiebungen, überfüllten Massencamps nicht zuletzt Bewegungen wie PEGIDA, die ihr bestes tun, um die menschenverachtende Kontinuität, die mit der Ignoranz einer Revolution begann, fortzusetzen.

Eine von Adopt-A-Revolution erstellte Studie ergab kürzlich, dass nur 8% aller syrischen Geflüchteten überhaupt in Deutschland bleiben wollen. Die meisten Menschen wollen zum ersten Mal seit langer Zeit einen Moment der Ruhe, um sich darauf vorzubereiten, in ein freies Syrien zurückkehren zu können.

Insbesondere nach einem Jahr PEGIDA & Co. wäre es also nun an der Zeit, sie in dieser mehr als gerechtfertigten Sache zu unterstützen. Alles andere bleibt nichts als eine Scheinlösung, bei der vor allem die hiesigen Flüchtlinge – aber auch PEGIDA-Anhänger_innen selbst – nichts gewonnen haben werden.

UKSSD e.V., 19. Oktober 2015

Der Artikel ist auch in العربية und English verfügbar.

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1 Reaktion

  1. Oktober 19, 2015

    […] (unsere Pressemitteilung zum PEGIDA-Geburstag findet Ihr / finden Sie hier […]

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